Warum sollten wir auf Bio-Baumwolle setzen?

Aus handgepflückter, bio-zertifizierter Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) lassen sich aufgrund der höheren Qualität und Strapazierfähigkeit qualitativ hochwertigere Textilien herstellen. Sie sind reißfester und damit langlebiger, sie sind leicht zu waschen und in der Lage mehr Feuchtigkeit aufzunehmen. Außerdem haben diese Textilien eine gute Hautverträglichkeit und sind somit nicht nur gesund für den Menschen, sondern auch ressourcenschonend.

Pestizide, Düngung, Gentechnik, enormer Wasserverbrauch oder Ausbeutung: sind alles Probleme im Anbau von Baumwolle. Baumwollfasern sind einer der wichtigsten Rohstoffe für Textilien aller Art. Als Naturfasern sind sie ökologischer als synthetische Fasern, denn Baumwolle ist ein nachwachsender Rohstoff und biologisch abbaubar. Doch die Baumwollproduktion und -verarbeitung sind oft gefährlich für die Umwelt und die am Produktionsprozess beteiligten Menschen.

Wusstest Du, dass Baumwolle in der Hälfte aller Textilien steckt?

In der EU macht diese Naturfaser 43 Prozent aller Textilfasern für Kleidung aus.

Eine Umstellung auf die ökologischeren Methoden der Produktion von Bio-Baumwolle würde angesichts der schieren Menge der weltweit produzierten und verarbeiteten Naturfasern enorm viel bewirken. Beim Anbau von Bio-Baumwolle bleibt die Bodenfruchtbarkeit erhalten, denn hierbei wird auf Mischkulturen und verschiedene Fruchtfolgen geachtet. Außerdem kommt hier nur natürlicher Dünger (Kompost/Mist) zum Einsatz. Im Gegensatz zum konventionellen Anbau wo Monokulturen angebaut werden und Dünger mit Pestiziden zum Einsatz kommt.

Baumwoll-Pflanzen sind oft genmanipuliert – Bio-Baumwolle nicht.

Der Anbau von genmanipulierten (GM) Baumwollpflanzen ist enorm weit verbreitet. Genmanipulierte Baumwollpflanzen sind resistent gegen bestimmte Schädlinge, Pestizide und/oder widerstandsfähiger gegen bestimmte Umweltbedingungen.

Ob die Verwendung genmanipulierter Baumwolle die Erträge tatsächlich steigert oder nicht, ist umstritten – klar ist jedoch, dass die Nutzung genetisch veränderter Pflanzen immer mit Risiken einhergehen, wie z.B. vom Verlust der genetischen Vielfalt über die unkontrollierbare Ausbreitung und die Bildung von Resistenzen bis zur Abhängigkeit der Farmer von den Saatgut- und Pestizidherstellern.

Im Bio-Anbau sind gentechnisch veränderte Pflanzen verboten. Gentechnisch unverändertes Saatgut ist um ein Vielfachtes günstiger als gentechnisch verändertes Saatgut. Denn Pflanzen, die unverändert sind, können eigene Samen reproduzieren, so dass das Saatgut nicht teuer eingekauft werden muss. Damit bleiben die Bauern unabhängiger und sind nicht vom Kauf von immer neuem Saatgut abhängig.

Bei der Herstellung von konventioneller Baumwolle wird eine sehr große Menge Wasser ge,- und verbraucht. Im weltweiten Durchschnitt sind das ca. 11.000l Wasser auf ein Kg Baumwolle. Da Baumwolle in sehr trockenen Gebieten angebaut wird, damit sie durch die Feuchtigkeit nicht schimmelt, bedarf es einer hohen Wassermenge, die extern über Gewässer oder Grundwasser zugeführt werden muss. Somit werden wasserarme Regionen noch zusätzlich belastet.

Einer Studie von 2014 zufolge, benötigen Bio Baumwollpflanzen bis 91% weniger Wasser als genmanipulierte Pflanzen.

Bei der Herstellung von Bio Baumwolle wird weniger Wasser verbraucht, was bereits beim Anbau anfängt. Bio-Baumwolle wird auf einer sehr dicken Humusschicht angebaut, so dass sich die Feuchtigkeit besser halten kann und es weniger Bewässerung bedarf. Aber auch dadurch, dass für die Bio-Baumwolle keine genveränderten Pflanzen verwendet werden, ist der Wasserverbrauch geringer. Denn genveränderte Pflanzen haben von vornherein schon einen höheren Wasserbedarf.

Betrachtet man die CO2 Emissionen, so handelt es sich auch bei Baumwolle um ein großes Thema. Aufgrund von langen Transportwegen aus den Anbaugebieten vor allem aus Indien, China und den USA, aber auch vielen Ländern Afrikas, wird viel CO2 freigesetzt. Außerdem wird durch die Produktion von künstlich hergestelltem Dünger und Pestiziden ebenfalls eine Menge von Energie verbraucht. Bei der Bio-Baumwolle, die teilweise in Griechenland, Türkei und Ägypten angebaut wird, fällt der CO2 Ausstoß deutlich geringer aus.

All diese Faktoren führen uns zu der Entscheidung auf Bio-Baumwolle zu setzen.

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